ultracrass

Was alles werden wir noch etragen können

Ich wollte an sich ein paar Tage ins Land ziehen lassen und mich mit diesen Blog Scheiss anfreunden. Ist aber doch zu geil und angefreundet bin ich jetzt und will wieder was schreiben. Vom absoluten Irrsinn heute.
Mindestens ein Mensch ist heute tot in einem Laster auf dem Pannenstreifen einer Autobahn eines mitteleuropäischen Landes, das in der christlichen Kultur steht, aufgefunden worden.
Für die Schlauen, die der Kanzlerin “Wir sind das Pack” entgegen schreien, erzähl ich das nochmal ganz langsam. Nicht, daß es für das Pack (das wir ja nun wohl offiziell so nennen dürfen, sie schreien’s ja selber) zu schwer wird und sie sich von all dem Gejammer über ihr gestohlenes Pseudo Scheiss-Glück noch ausruhen müssen.
Da war da dann dieser Mensch. Nennen wir ihn mal Manfred. Manni war aufgewachsen in einem Land, in dem man von der EU spät im Leben hört, vorher ist man nämlich nicht in der Schule gewesen. Das können sich die Eltern nicht leisten, könnten sie es, wäre eh keine Schule da. Na ja, der Manni wächst also da auf, wo es sehr warm ist und wo Menschen leben, die in komischer Kleidung rumlaufen, den ganzen Tag nichts machen und die auf jeden Fall Moslems sind. Halt anders. Er hat ein paar echt gute Kumpels und eine geile Jugend. Er hat auch endlich eine tolle Freundin gefunden. Das klappt schon fast zwei Jahre. Sie inspiriert ihn zu neuen Gefühlen und Verantwortung, er schreibt sogar heimlich Gedichte. Sie formt ihn in seinem Inneren und er glüht vor lauter Plänen über ihre gemeinsame Zukunft, vielleicht sogar mit den größten Geschenken überhaupt: mit gemeinsamen Kindern. Er geht zur Abendschule und lernt. Er will eine Basis bieten, denn er weiß, dass der Faule verliert. Ganz genauso wie in Deutschland. Doch plötzlich dreht sich der Wind, sein ganzes Leben und das seines gesamten Landes verliert seine Hydraulik. Innerhalb weniger Jahre endet alles. Sein Land gerät zwischen mächtige Kräfte. Viele Freunde kommen um oder werden verletzt, seine Familie leidet, seine Freundin verliert er. Fremde bedrohen seine Stadt, die eigentlich keine mehr ist. Der gute Manni gesteht sich ein, dass er seiner Hoffnung und der Liebe zu seinem Heimatland Opfer bringen muß. Das ist ein sehr schweres, dessen er sich schämt, weil es eine Schande ist. Manni sieht ein, es reicht nicht. Er flieht vor den Schergen. Sein Vater aber hatte ihm beigebracht, dass ein Mann alles machen darf, solange er guten Gewissens in den Spiegel blicken kann und für sein Glück kämpft.

Heute hat die Sonne seit langem wieder auf das Gesicht von Manni gescheint. Auch der Wind hat in seinen Haaren kurz gespielt. Er hat keinen Sonnenbrand bekommen. Manni ist nämlich heute in einem Kühllaster auf dem Pannenstreifen einer Autobahn eines mitteleuropäischen Landes, das in der christlichen Kultur steht, tot aufgefunden worden. Er und wahrscheinlich ein paar mehr Menschen wurden nicht wie Müll auf die Deponie gekippt. Er wurde nicht fachmännisch entsorgt, um Resourcen für maximalen Profit zu schonen. Er wird wohl auch nicht wiederverwendet. Es gibt kein Wort, das ich kenne, das ich hier verwenden könnte. Es müßte in sich vereinen: Scham bitterster Art, Hilflosigkeit, Eiseskälte und natürlich Hass. Und Schande. Der Manni hat alles, was er hatte verloren oder aufgegeben. Er wollte eine Chance und dafür etwas wagen und leisten. Er hätte sich nie träumen lassen, daß man Menschen in seiner Situation einfach im Stich lässt, ihnen auch noch das Letzte nimmt, um diese kleine Flamme Hoffnung am Leben zu halten. Die Pläne und Träume vom Manni sind nun weg. Seine Eltern wissen nicht, was mit ihm passiert ist. Vielleicht ist er im moment bereits Vater und wußte von nichts. Vielleicht war der Manni auch ein Idiot. Aber er war ein Mensch, der einen Willen hatte und Charakter. Er war voll von Authentizität und konnte sich jeden Morgen im Spiegel ansehen und stolz auf sich sein. Ehrlich stolz. Er wollte nichts geschenkt, nur Frieden.
Frieden, den diese Arschlöcher aus Heidenau haben. Sie haben die besten Chancen, aus ihrem Leben etwas zu machen. Sie hätten auch Spiegel. Sie nehmen Notiz von Manni’s Geschichte, in der Runde werden andere Themen angeschlagen. Jeder hat davon gehört, jeder. Die Kanzlerin kommt und sie schreien ihr “Volksverräter” entgegen. Diese faulen Arschlöcher, ohne jede Spur von Bildung und Kultur. Mir ist ziemlich scheissegal, ob das nun Ost-West-Nord oder Mitteldeutschland ist. Alles das ist mir egal und sie sollen einfach ruhig ihr Scheissleben aufbrauchen und möglich wenige Nachkommen haben.
Aber sie sollen nicht anfangen davon, daß sie so wenig geliebt werden, daß sie es auch schwer haben und nun auch noch diese Asylanten kommen. Die ja nur wegen dem Geld herkommen. Klar, nicht alle, aber eben die meisten. Das sagt sogar auch einer aus dem Rathaus, halt so hinter vorgehaltener Hand. hab ich g’hört.
Mein Vorschlag zur Lösung, eine ganz klassische win-win situation.
Man schickt für jeden vor Lebensgefahr und Elend Flüchtenden und hier herzlich willkommen geheißenen einen Typen aus Heidenau nach Syrien oder Afghanistan. Sollten es dann keine Typen mehr in Heidenau geben, zieht man weiter ins nächste braune Dorf.
Nachschub gibt es zuhauf.

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