ultracrass

Schreiben. Wozu?

Die allererste Triebfeder, die mögliche Veränderung, die Entdeckung und die befreiende Mitteilung in Hoffnung auf Verständnis für das eigene Erkennen, verliert all ihre Kraft. Zuerst bleibt nicht viel übrig und man muss sich sortieren. Eine Reifung tritt ein.
Man taucht in den unendlich tiefen und weiten See der Kunst und des Schöpfenden. Man befindet sich gleich am Übergang von erlebtem Bewusstsein und innerem Dialog. Es manifestiert sich ein großes Ziel der einen Kunst Literatur, wie es auch in anderen Künsten der Fall ist: es muss ein Weg über ein Medium gefunden werden, das seine eigenen Gedanken und Erklärungsversuche, eins zu eins, anderen Menschen zugänglich machen kann. Man muss seine eigene Seele erkennen und festhalten, diese dann in eine andere Welt transformieren und somit übersetzen. Dieser Prozess ist es, der im Grunde die Kunst als solche darstellt. Auf welchem Medium, welchem Instrument gespielt wird, ist nicht relevant. Relevant ist die Transformation der eigenen Seele des Künstlers in die Welt der Anderen. Denjenigen, die es damit ernst meinen und nicht anders können, kann ein Misserfolg, also ein Falsch-Verstanden-Sein sehr viel Kummer bereiten.
Leider ist die Transformation immer unklar, unehrlich und wird sie auch immer bleiben, denn sie ist bereits verfälscht in dem Moment, wo sie sich der Seele des Künstlers offenbart, sich sichtbar macht. Alle Prozesse danach sind nicht mehr rein wie das Vakuum des Alls. Was soll’s. Es geht nicht anders.

Categories: Denkmasse