ultracrass

Denkmasse

Denkste Party Leben

 

Sterben wir, gleiten unsere Seelen hinab bis an die Quelle der Zeit.
Sie ähnelt einem gigantischen Lagerfeuer, um das herum all die Gegangenen in einer wilden Party und voll bis unter den Scheitel wilde tanzen.
Und ab und an geraten ein paar von den Gästen zu nah an das Feuer und werden mit großer Kraft hinaus und nach oben geschleudert
in die physische Zeit, was wir als Leben und Bewusstsein kennen.
Und der Zirkus beginnt von Neuem.

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Komma leer aber

So oder ganz in der Art beginnen gewohnt uninteressante Äusserungen in den jetzigen Tagen von meinen speziellen Freunden sehr oft. Denkt man darüber ein wenig nach, kommt man auf den eigentlichen Charakter, auf den Sinn und das wahre Gefühl, das dahinter in Wahrheit steckt. Es ist Geiz, es ist die schlimmste Seuche der Menschheit:
Die Gier. Ich will nichts hergeben. Das ist unseres. Was haben denn die dafür getan. Und wer hilft mir?
An der Stelle ein kleiner Stop: warum schreien heute eigentlich genau die typen dieses Zeug am lautesten, die am wenigsten zum Wohlergehen des Staates beitragen? Oder anders: ich würde zu gerne 10 von denen danach befragen, wer die Vorgängerin von Frau Merkel war.
Nein, natürlich sind nicht wirklich alle so „komma leer aber“,  jedoch die meisten. Und das ist eben das Desaster. Asylanten, Asylbewerber, Flüchtlinge. Was scheren wir uns um die korrekten Vokabeln? Das sind Menschen, die alles hinter sich gelassen haben. Für die es keine Option mehr im Leben gibt. Nur noch diese. All in. Und dann werden Hallen abgefackelt, noch bevor sie im Bus sitzen. Die Leute fackeln die Hallen ab, die mit Steuergeldern gebaut wurden, in denen ihre Kinder Sport treiben, Theater spielen, die eben auch ein Dach über dem Kopf sein können.
Mag sein, daß Herr Schweiger, Till auf die Nerven geht. Mag aber auch sein, dass er wenigstens sein Maul aufmacht. Und auch noch mit Vehemenz und richtig. Wie kann man den täglichen, kläglichen Dreck, den z.B. Fußballspieler von sich geben wie selbstverständlich und ungefiltert hinnehmen, dann aber über Herrn Schweiger, Till urteilen? Es steht stellvertretend. Was maßen sich diese Puppen mit Leben überhaupt an? Ich hasse nicht viel mehr als das Gefühl, meine Intelligenz würde beleidigt.
Ich bin selbst ein Deutscher mit Migrationshintergrund. Und es ist immer wieder interessant, wie sich eine zuerst gefundene Runde drehen kann, wenn ich das offenbare. Die kleinsten Dinge werden NICHT anders ausgesprochen, die Themenwahl wird NICHT determiniert, alles ziemlich vorhersagbar.
Ich bin sehr stolz auf dieses Land und sehr stolz darauf, ein Deutscher zu sein. Kein Land hat in den letzten 50 Jahren so viel Rückgrat, Willen und Fleiß innerhalb demokratischer Werte bewiesen. Ich will unbedingt, dass das so bleibt.
Und ein Danke an die Menschen, die in ihrem Leben „Komma leer aber“ nur dann verwenden, wenn sie gründlich nachgedacht haben.

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Ich bin einer von Euch

Ich fahre Auto. Biege links ab. Muss vorsichtig sein, da links ein geparkter Laster die Sicht versperrt. Biege ab und beschleunige, ich will aus der Kreuzung. Ein Radfahrer kommt mir entgegen, eine Tasche über die Schulter. Er sieht mich an, ich sehe ihn an. Ich spüre die Prophezeiung, hasse ihn im Augenblick sofort und innig. Der nächste Augenblick. Er winkt mir mit seinem linken Arm, bewegt ihn von unten nach oben, nur den Weg von unten bis zum Ellenbogen und zurück. Rauf und runter, rauf und runter. Er deutet mir an, ich solle nicht zu schnell fahren. Ich sehe auf den Tachometer. Ich fahre 42 km/h, erlaubt sind 40 km/h.
Um mich besser verstehen zu können, beschreibe ich diese Situation, die auf den ersten Blick hin so unglaublich langweilig wirkt. In mir aber wieder alle Dämme brechen läßt, alle versprochenen Vorhaben der Besserung zu Pulver malmt mit Wucht und Energie, die das Leben erst ermöglicht. Alle, alle meine Fragen über mein Dasein lassen sich in Szenen wie dieser aufhängen, ableiten. Ein Roman an Theorien, Fragen, Wut und Verzweiflung wohnt genau dieser Szene inne. Ich frage mich, ob andere Menschen Gleiches sagen können. Ob es irgendjemanden gibt, der so empfindet wie ich. Und wie das wäre, sprächen wir darüber miteinander.
Es ist als erstes die Geste als solche. Sie hat etwas belehrendes, sie setzt ein größeres Maß an Wissen um das Leben sn sich voraus für denjenigen, der winkt.
Er muß seine Erfahrung und sein Wissen weitergeben. Weitergeben an Menschen, die es eben nicht wissen. Oder aber an die, es wissen, und die man erziehen muß. Dieser Mensch setzt auch voraus, geht selbstverständlich ohne Reflexion davon aus, daß er in der Position ist, den Anderen etwas zu sagen, etwas zur Ausführung zu überlassen. Dieser Mensch wird den Kontakt mit mir vorübergehen lassen, und zufrieden sein. Er wird nicht denken, “dem habe er jetzt aber gezeigt, wo es langgeht”.
Diese seiner Meinung nach niedere Stufe der Erkenntnis hat er längst verlassen. Nein, er wird zufrieden sein mit seiner umsichtigen Geste, die nicht zu bestimmt und aufdringlich, sondern freundlich erklärend, sanft hinweisend, aber dennoch mit Bestimmtheit und Souveränität dargebracht wurde.
Alles in allem fühlt er sich in seiner Stadt gut aufgehoben, was den Straßenverkehr angeht. Viel hat sich verbessert. Spielstraßen, Fahrradwege, 30ger Zonen. Viel besser als noch vor Jahren. Dennoch gibt es immer noch ein paar junge Männer, denen man deutlich zeigen muß, daß sie noch viel lernen müssen. Und daß sie außerdem ihr Fahrzeug, für das sich der winkende Mann, also dieses Arschloch, den rechten Arm abhacken liesse, würde er es geschenkt bekommen, sowieso nicht unter Kontrolle haben können, sollte es zu einer brenzligen Situation kommen. Woher auch, sie sind ja noch jung, die Erfahrung kommt mit den Jahren. Wie viele dutzende solcher Beispiele lassen sich den ganzen Tag über entdecken!
Wie kommt dieser Mensch dazu, mir seinen Dreck anzubieten, mir meine Laune damit zu verderben. Warum ist dieser Idiot nicht fähig, seine geistige Reife voranzubringen? Er ist in der Entwicklung seines Wesens irgendwann einmal einfach stehen geblieben. Er hat aufgehört, zu fragen. Es war einfach der Zeitpunkt gekommen, als klar war, daß er nun fertig ist. Alles, was zu diesem Zeitpunkt gespeichert ist, alle Gesten, alle Antworten, alle Scheisswitze, alles politische Denken, alles über die Liebe, alles zum Thema Tod, wirklich alles ist geschrieben. Dieser Snapshot, der irgendwann genommen wurde, ist der Fixpunkt seines Lebens. Ich vermute, er kommt nicht einmal auf die Idee, hat nicht einmal ein brennendes inneres Bedürfnis, weiter zu fragen. Es gibt keine weiteren Fragen. Natürlich auch keine einzige Antwort.
Er hat sich noch nie nach einer solchen Aktion Gedanken darüber gemacht, ob er sich lächerlich macht. Dem gegenüber eigentlich klar und deutlich zu verstehen gibt, daß er eine jämmerliche Existenz darstellt. Eine Offenbarung für alle. Keine Gedanken darüber, ob der Fahrer, den er zurechtweisen muß, vielleicht ein Mensch ist, der mehr auf dem Kasten hat als er. Daß er selbst von anderen Menschen sogar etwas lernen kann, andere, neue Einsichten gewinnt. Verstehen und Fragen lernt. All das ist nicht nur vollkommen fremd. Der Motor ist längst aus, es geht nur um Vegetation. Kein Kampf mehr. Es ist die gerade Linie, ohne Wind oder Reibung. Maximal durchsichtig, Futter für alles. Er ist das Ziel des Systems. Süß und wohlig ergeht er sich im Verstehen und vermeindlichen Lenken, ohne Wissen darüber, daß sein Cockpit nur eine Attrappe ist. Die Zeit wird einfach abgelebt.
Gegen diesen Status, gegen diese Entwicklung anzukämpfen ist eine Herausforderung. Eine, die viel Disziplin erfordert, viele und manchmal schmerzhafte Eingeständnisse. Es gibt zu Lachen und Weinen auf dem Weg. Aber man muss gegen den Wind steuern. Man darf sich nicht verführen lassen, auch wenn die Versprechung so süß ist. Für den Preis der Selbstaufgabe, der Offenbarung, der Aufgabe seiner Authentizität, der Verneinung der Frage, ob man ein eigenverantwortliches und authentisches Leben führen möchte, gelangt man an das von fremden definierte Ziel, das sich je nach Marktlage und Aktienkurs ändert. Dem dann aber auch stramm, wenn eingeimpft, in die andere Richtung hinterher marschiert wird.
Jeder, der darüber nachdenkt, wie man das ändern kann verschwendet seine Zeit.
Und ach, ich bin einer von ihnen.

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Schreiben. Wozu?

Die allererste Triebfeder, die mögliche Veränderung, die Entdeckung und die befreiende Mitteilung in Hoffnung auf Verständnis für das eigene Erkennen, verliert all ihre Kraft. Zuerst bleibt nicht viel übrig und man muss sich sortieren. Eine Reifung tritt ein.
Man taucht in den unendlich tiefen und weiten See der Kunst und des Schöpfenden. Man befindet sich gleich am Übergang von erlebtem Bewusstsein und innerem Dialog. Es manifestiert sich ein großes Ziel der einen Kunst Literatur, wie es auch in anderen Künsten der Fall ist: es muss ein Weg über ein Medium gefunden werden, das seine eigenen Gedanken und Erklärungsversuche, eins zu eins, anderen Menschen zugänglich machen kann. Man muss seine eigene Seele erkennen und festhalten, diese dann in eine andere Welt transformieren und somit übersetzen. Dieser Prozess ist es, der im Grunde die Kunst als solche darstellt. Auf welchem Medium, welchem Instrument gespielt wird, ist nicht relevant. Relevant ist die Transformation der eigenen Seele des Künstlers in die Welt der Anderen. Denjenigen, die es damit ernst meinen und nicht anders können, kann ein Misserfolg, also ein Falsch-Verstanden-Sein sehr viel Kummer bereiten.
Leider ist die Transformation immer unklar, unehrlich und wird sie auch immer bleiben, denn sie ist bereits verfälscht in dem Moment, wo sie sich der Seele des Künstlers offenbart, sich sichtbar macht. Alle Prozesse danach sind nicht mehr rein wie das Vakuum des Alls. Was soll’s. Es geht nicht anders.

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Was alles werden wir noch etragen können

Ich wollte an sich ein paar Tage ins Land ziehen lassen und mich mit diesen Blog Scheiss anfreunden. Ist aber doch zu geil und angefreundet bin ich jetzt und will wieder was schreiben. Vom absoluten Irrsinn heute.
Mindestens ein Mensch ist heute tot in einem Laster auf dem Pannenstreifen einer Autobahn eines mitteleuropäischen Landes, das in der christlichen Kultur steht, aufgefunden worden.
Für die Schlauen, die der Kanzlerin “Wir sind das Pack” entgegen schreien, erzähl ich das nochmal ganz langsam. Nicht, daß es für das Pack (das wir ja nun wohl offiziell so nennen dürfen, sie schreien’s ja selber) zu schwer wird und sie sich von all dem Gejammer über ihr gestohlenes Pseudo Scheiss-Glück noch ausruhen müssen.
Da war da dann dieser Mensch. Nennen wir ihn mal Manfred. Manni war aufgewachsen in einem Land, in dem man von der EU spät im Leben hört, vorher ist man nämlich nicht in der Schule gewesen. Das können sich die Eltern nicht leisten, könnten sie es, wäre eh keine Schule da. Na ja, der Manni wächst also da auf, wo es sehr warm ist und wo Menschen leben, die in komischer Kleidung rumlaufen, den ganzen Tag nichts machen und die auf jeden Fall Moslems sind. Halt anders. Er hat ein paar echt gute Kumpels und eine geile Jugend. Er hat auch endlich eine tolle Freundin gefunden. Das klappt schon fast zwei Jahre. Sie inspiriert ihn zu neuen Gefühlen und Verantwortung, er schreibt sogar heimlich Gedichte. Sie formt ihn in seinem Inneren und er glüht vor lauter Plänen über ihre gemeinsame Zukunft, vielleicht sogar mit den größten Geschenken überhaupt: mit gemeinsamen Kindern. Er geht zur Abendschule und lernt. Er will eine Basis bieten, denn er weiß, dass der Faule verliert. Ganz genauso wie in Deutschland. Doch plötzlich dreht sich der Wind, sein ganzes Leben und das seines gesamten Landes verliert seine Hydraulik. Innerhalb weniger Jahre endet alles. Sein Land gerät zwischen mächtige Kräfte. Viele Freunde kommen um oder werden verletzt, seine Familie leidet, seine Freundin verliert er. Fremde bedrohen seine Stadt, die eigentlich keine mehr ist. Der gute Manni gesteht sich ein, dass er seiner Hoffnung und der Liebe zu seinem Heimatland Opfer bringen muß. Das ist ein sehr schweres, dessen er sich schämt, weil es eine Schande ist. Manni sieht ein, es reicht nicht. Er flieht vor den Schergen. Sein Vater aber hatte ihm beigebracht, dass ein Mann alles machen darf, solange er guten Gewissens in den Spiegel blicken kann und für sein Glück kämpft.

Heute hat die Sonne seit langem wieder auf das Gesicht von Manni gescheint. Auch der Wind hat in seinen Haaren kurz gespielt. Er hat keinen Sonnenbrand bekommen. Manni ist nämlich heute in einem Kühllaster auf dem Pannenstreifen einer Autobahn eines mitteleuropäischen Landes, das in der christlichen Kultur steht, tot aufgefunden worden. Er und wahrscheinlich ein paar mehr Menschen wurden nicht wie Müll auf die Deponie gekippt. Er wurde nicht fachmännisch entsorgt, um Resourcen für maximalen Profit zu schonen. Er wird wohl auch nicht wiederverwendet. Es gibt kein Wort, das ich kenne, das ich hier verwenden könnte. Es müßte in sich vereinen: Scham bitterster Art, Hilflosigkeit, Eiseskälte und natürlich Hass. Und Schande. Der Manni hat alles, was er hatte verloren oder aufgegeben. Er wollte eine Chance und dafür etwas wagen und leisten. Er hätte sich nie träumen lassen, daß man Menschen in seiner Situation einfach im Stich lässt, ihnen auch noch das Letzte nimmt, um diese kleine Flamme Hoffnung am Leben zu halten. Die Pläne und Träume vom Manni sind nun weg. Seine Eltern wissen nicht, was mit ihm passiert ist. Vielleicht ist er im moment bereits Vater und wußte von nichts. Vielleicht war der Manni auch ein Idiot. Aber er war ein Mensch, der einen Willen hatte und Charakter. Er war voll von Authentizität und konnte sich jeden Morgen im Spiegel ansehen und stolz auf sich sein. Ehrlich stolz. Er wollte nichts geschenkt, nur Frieden.
Frieden, den diese Arschlöcher aus Heidenau haben. Sie haben die besten Chancen, aus ihrem Leben etwas zu machen. Sie hätten auch Spiegel. Sie nehmen Notiz von Manni’s Geschichte, in der Runde werden andere Themen angeschlagen. Jeder hat davon gehört, jeder. Die Kanzlerin kommt und sie schreien ihr “Volksverräter” entgegen. Diese faulen Arschlöcher, ohne jede Spur von Bildung und Kultur. Mir ist ziemlich scheissegal, ob das nun Ost-West-Nord oder Mitteldeutschland ist. Alles das ist mir egal und sie sollen einfach ruhig ihr Scheissleben aufbrauchen und möglich wenige Nachkommen haben.
Aber sie sollen nicht anfangen davon, daß sie so wenig geliebt werden, daß sie es auch schwer haben und nun auch noch diese Asylanten kommen. Die ja nur wegen dem Geld herkommen. Klar, nicht alle, aber eben die meisten. Das sagt sogar auch einer aus dem Rathaus, halt so hinter vorgehaltener Hand. hab ich g’hört.
Mein Vorschlag zur Lösung, eine ganz klassische win-win situation.
Man schickt für jeden vor Lebensgefahr und Elend Flüchtenden und hier herzlich willkommen geheißenen einen Typen aus Heidenau nach Syrien oder Afghanistan. Sollten es dann keine Typen mehr in Heidenau geben, zieht man weiter ins nächste braune Dorf.
Nachschub gibt es zuhauf.

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Machst Du jetzt auch SOWAS?

Ich komme nicht umhin.

Der Wahnsinn, der Schwachsinn, die quälende Austauschbarkeit,

das nie endende Halbwissen um mich herum ist zu groß.

Nur Wissende, keine Zweifler.

Es könnte sein, Dich interessiert das.

Ich wäre neugierig.

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